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Argumente gegen S21 - Ökologie

"Tunnelanstich" Dezember 2013

Der Geologe Dr. Ralf Laternser beschreibt in seiner Analyse, wie Politik mit Show und Täuschung der Öffentlichkeit gemacht wird.

Aktualisiert am 09.12.2013

Zerschneidung des Schlossgartens

Die Fotomontagen des Informationsbüros suggerieren, über dem neuen Bahnhof würde sich eine grüne Wiese mit Lichtschächten befinden - kaum anders als der jetzige Zustand.

Erst bei genauer Analyse der Pläne erkennt man, dass es sich um einen 8 m hohen Betonklotz handelt, der die gesamt Breite des Schlossgartens durchschneidet. Zu diesem Betonklotz führen lange Treppen. Für Radfahrer und Rollstuhlfahrer ein erhebliches Hindernis.

Aktualisiert am 22.08.2016

S-21 als

S21 soll angeblich mehr Verkehr auf die Schiene verlagern.

Der Flughafen Stuttgart beteiligt sich finanziell an S21 mit einem dreistelligen Millionenbetrag.

Flughafengeschäftsführer Walter Schoefer: "Die Vernetzung der beiden Verkehrsmittel Flugzeug und Bahn ermöglicht eine sichere, staufreie Erreichbarkeit des Flughafens. Wir versprechen uns von Stuttgart 21 bis zu 1,5 Millionen neue Passagiere."

Kommentar:
1 500 000 Passagiere - bei geschätzten 100 Passagieren pro Flieger wären das 15 000 zusätzliche Flüge auf den Fildern. Also 42 extra Flüge pro Tag. Früher oder später wird eine weitere Startbahn nötig.

NBS Wendlingen-Ulm für Güterzüge ungeeignet
Auch die NBS, ohne die S21 keinen Sinn hat, ist kein Vorteil für den Bahnverkehr. Nur neueste ICE3 können diese Strecke befahren. Für Güterzüge ist sie mit einer Neigung von 35 Promille zu steil (steiler als die jetzige Geislinger Steige). Auch Regionalzüge werden von der Strecke nicht profitieren, aufgrund der hohen Trassengebühren.
Um eine Wirtschaftlichkeit der NBS dem Parlament gegenüber zu belegen, wurde mit "Leichtgüterzügen" gerechten. Problem: bis auf wenige Paketzüge der DHL gibt es solche Züge nicht. Der Trend geht eher in Richtung immer schwererer Güterzüge.

Parkerweiterung?
Die Erweiterung des Rosensteinparks soll S21 einen grünen Anstrich verleihen. In der Tat können die versprochenen 5000 neue Bäume, die erst in 10 Jahren gepflanzt werden sollen, niemals die zu fällenden 282 Alt-Bäume ersetzen. Ein einzelner 200 Jahre alter Baum bindet viel mehr CO2 und Feinstaub, als 5000 Jungbäume! Dazu kommt das Risiko, dass die Absenkung des Grundwasserpegels währed der jahrelangen Bauphase viel mehr Bäume in Mitleidenschaft zieht, als die Abholzung selbst.


Aktualisiert am 22.08.2016

Geologische Risiken und Mineralquellen

Hätte man zu Beginn der Planungen zum Projekt Stuttgart 21 einen unabhängigen Geologen gefragt, so hätte dieser auf die enormen geologischen Probleme hingewiesen, die beim Bau eines Tiefbahnhofs mitten in Stuttgart zu erwarten sind und umweltschonendere, einfachere und kostengünstigere Alternativen vorgeschlagen!
Die umfangreichste Info über die geologischen Risiken des S21-Baus finden Sie auf der Homepage von Dr. Ralf Laternser, einem Diplom-Geologen. Dort kann man auch einen Flyer mit dem Wichtigsten in Kürze herunterladen.

Die Bahn beschwichtigt natürlich: keine Baustelle sei so umfangreich geologisch untersucht wie S21. Das soll Vertrauen bringen, dass nichts passieren kann.
Die Tatsachen sprechen eine andere Sprache: So können selbst Probebohrungen zu einer Gefahr werden. So ist bei "Bohrloch 203" auf dem Ameisenberg Kühlwasser aus dem Hang ausgetreten, so dass die Bohrungen gestoppt werden mussten, um die Gefahr eines Hangrutsches zu bannen.

Neue Probleme mit Grund- und Mineralwasser

Eine neue wissenschaftliche Studie hat für Stuttgart 21 eine völlig andere hydrogeologische Grundsituation bescheinigt. Alle bisherigen Modelle und Vorsichtsmaßnahmen sind nicht ausreichend, da sie die wahren Verhältnisse nicht berücksichtigen. Würde der neu bewiesene Grundwasserstrom aus dem Süden gestört, wären die Stuttgarter Mineral- und Heilquellen extrem und dauerhaft gefährdet. Jeder Eingriff und jede Störung dieses Zuflusses würden Menge und vor allem die Mineralisation der Heilquellen irreparabel verändern.

Mehr dazu ist bei Geologie 21 zu finden. Dort gibt es auch Links zu weiteren Texten und der Studie.

Auch die Deutsche Bahn AG hat für ihr Projekt Stuttgart 21 erstmals Probleme beim Grundwasser eingeräumt.
"Die Bodenschichten sind teils durchlässiger, als wir angenommen haben", räumte ein Vertreter der DB Projektbau auf Nachfrage vor dem Bezirksbeirat Mitte ein.

Artikel in StN
Artikel im Stern 2011
Brief vom Geologischen Ingenieurbüro Schaffer an Politiker

Fildertunnel im Gipskeuper

Welche Gefahren mit Gipskeuper verbunden sind, veranschaulicht der folgende
Artikel im Handelsblatt.

Aktualisiert am 22.08.2016

Bäume im Schlossgarten

Bei dem Projekt sollen 282 zum Teil Jahrhunderte alte Bäume abgeholzt werden. "Dafür" sollen 5000 "bis zu" 12 Meter hohe Bäume gepflanzt werden, u.a. im erweiterten Rosensteinpark.

Dass so viele neue Bäume in der frei werdenden Fläche nicht untergebracht werden können, ist eine Sache. Dazu kommt, dass sie erst nach Fertigstellung, also frühestens in 10 Jahren, gepflanzt werden sollen. Aber das wichtigste: Das Wegfallen dieser Baumriesen ist eine extreme Belastung für die sowieso schon schlechte Luftqualität im Talkessel.
Ein 100 Jahre alter Baum bindet bis zu 14 kg CO2, das entspricht etwa 100 km PKW-Fahrt - pro Tag. Eine etwa 100 Jahre alte Buche produziert jedes Jahr 4.600 Kilogramm Sauerstoff. Davon kann ein Erwachsener mehr als 13 Jahre lang atmen. Die 282 Bäume neutralisieren also den Klimaeffekt mehrerer Hundert PKWs.
Um so viel Sauerstoff zu produzieren, wie ein 100 Jahre alter Baum, müssen 25000 Jungbäume gepflanzt werden (Frage und Antwort aus dem Umweltspiel des UBA für Kinder ab 8 Jahre). Ähnliches gilt für die Fähigkeit, den krebserregenden Feinstaub zu binden.

Mehr Infos über den Nutzen von Bäumen gibt es bei wald.de.

Noch im Juli versprach Projektsprecher Drexler, die Bäume würden frühestens 2011 gefällt:
Der Projektsprecher Wolfgang Drexler hatte Anfang des Jahres versprochen, dass die Bäume, 282 insgesamt, nicht auf einmal und im Vorgriff, sondern analog zum Baufortschritt gefällt werden. Deshalb verbietet sich eine Abholzaktion vor Abschluss der Kanalarbeiten.

In der Tat wurde mit dem Abholzen, entgegen deutlichem Verbot vom Eisenbahnbundesamtes (Stern) zum frühestmöglichen Termin, um Mitternacht des 1. Oktober 2010 begonnen. Dabei wurden wissentlich Umweltschutzauflagen (Schutz des Juchtenkäfers) verletzt.

Aktualisiert am 22.08.2016

Stadtklima und Luftqualität

Baumaschinen ohne Rußfilter
Wegen der "Verstöße gegen Gesundheitsauflagen im Planfeststellungsbeschluss" will die DUH das Bahnprojekt jetzt mit einem beim Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Mannheim eingereichten Eilantrag stoppen. Es gebe Beweise, dass beim Abbruch des Nordflügels Lastwagen und Baumaschinen ohne Rußfilter eingesetzt worden seien. Damit habe die Bahn gegen die Auflage verstoßen, "die Dieseltraktion mit kanzerogenen Rußpartikeln auf außerplanmäßige Betriebsfälle zu beschränken".

Für das Umweltbundesamt (UBA) ist diese "Verpflichtung" [zur Einhaltung der EU-Richtlinie von 1997] im Planfeststellungsbeschluss aber kein Hinweis auf eine besonders schadstoffarme Baustellentechnik. "Damit wird nur das gesetzlich Vorgeschriebene als besondere Auflage dargestellt", sagt Lars Mönch, Luftreinhaltungsexperte beim UBA. Der Passus bedeute nur, dass die Bahn zugelassene Geräte einsetzen müsse. "Diese Norm muss jeder Bagger auf jeder Baustelle erfüllen."

Aktualisiert am 22.08.2016

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